"Spiegel Wissen" - Gratis-Archiv im Netz

Bezahlinhalte ade - Der Spiegel wird im Frühjahr 2008 das komplette Spiegel-Archiv auf der Plattform "Spiegel Wissen" kostenlos ins Netz stellen. Alle Spiegel-Artikel seit 1947 sollen abrufbar sein, lediglich die aktuelle Ausgabe wird weiterhin kostenpflichtig sein. Desweiteren sollen Einträge der Online-Enzyklopädie mit Spiegel-Inhalten verknüpft werden. Finanziert werden soll die Plattform über Werbeeinnahmen.

via kress.de

Reporter ohne Grenzen: Zensur in Weblogs

Reporter ohne Grenzen hat heute die Weltrangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Blogger seien demnach zunehmend von Zensur betroffen.

"Das Internet wird stärker zensiert. Mehr und mehr Regierungen erkennen die Schlüsselrolle des Webs im Kampf für Demokratie und entwickeln immer ausgefeiltere Zensurmethoden. In repressiven Staaten sind Blogger und Internetjournalisten inzwischen genauso Zielscheibe von Repressionen wie schon die traditionellen Medien."

Mindestens 64 Menschen seien derzeit weltweit wegen Veröffentlichungen im Internet im Gefängnis.

Bestes Blog Deutschlands: Titanic hat schon gewählt

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Jetzt.de sucht noch krampfhaft nach dem besten Blog Deutschlands, Titanic hat es schon gefunden. Hier die Top 4 des Satiremagazins:

4. Hauptstadtblog wegen seiner Vielfalt: "An der Wrangelstraße Ecke Manteuffel stand z.B. neulich ein alter Fernseher auf der Straße! Einfach so! Und der Dönerverkäufer im Saray-Imbiß an der Seestraße Ecke Müllerstraße hat Schnupfen! Schon seit einer Woche!"

3. Bildblog wegen dem Kampf gegen das Böse: "Nun, äh, aber auf jeden Fall sei mal kurz korrigiert, daß Kurt Beck gar kein Bär ist, sondern ein Mensch."

2. Blogbar wegen Don Alphonso: "Ich werde euch widerliche wanzige Schreibnutten ausrotten, mit Stumpf und Stiel ausradieren, ich habe meine Torpedos schon abgefeuert."

1. Bluephods Katzenblog, "weil wir doch alle Muschis mögen".

Panne bei Spock: Politikwissenschaftler als "Nazi leader" geführt

Üble Verwechslung bei der neuen Personensuchmaschine Spock: Wer unter Spock.com den Namen der Nazigröße "Walter Gross" eingibt, sieht neben dem ersten Treffer ein Foto des Göttinger Politikwissenschaftlers Franz Walter. Daneben steht das Schlagwort "Nazi leader".

Das Bild stammt von der Uni-Homepage von Franz Walter. Die Großansicht des Fotos trägt den Dateinamen "walter_gross.jpg". Deshalb "dachte" Spock wohl, dass es sich bei dem Bild um die Nazigröße Walter Gross handeln muss.

Walter kündigte gegenüber der Badischen Zeitung an, gegen die Verknüpfung vorgehen zu wollen.

Bei Spock gibt es weitere Verwechslungen. So erscheint beispielsweise unter dem Namen des ehemaligen spanischen Tennisspielers Sergi Bruguera ein Bild des spanischen Spielers Carlos Moya. Doch solche Verwechslungen sind natürlich nicht mit der von Franz Walter zu vergleichen.

via: djs44b, Badische Zeitung

Spiegel Online startet Zeitgeschichte-Community

Spiegel Online startet ein Community-Portal zum Thema Zeitgeschichte. Mit Hilfe von "einestages" möchte man ein kollektives Gedächtnis unserer Geschichte schaffen.

Die Nutzer können dabei Texte, Bilder, Tondokumente und Videos zu Themen der Zeitgeschichte in das Portal einbringen. Die Beiträge werden vor der Veröffentlichung von der Redaktion geprüft.

via: DWDL

Onruhr eingestellt

Onruhr, die erste nur im Internet erscheinene Lokalzeitung, hat ihr Erscheinen eingestellt. Als Grund werden finanzielle Probleme angegeben.

Onruhr galt lange als Vorzeigeobjekt dafür, wie gut lokale Nachrichten im Internet funktionieren können.

Im Gästebuch schreibt einer:

Es war schön - Freue mich auf ein Wiedersehen
Auch wenn nur kurz: OnRuhr.de hat das Ruhrgebiet neu belebt.

Die zwei Seelen in meinem Blog: Wie die deutsche Blogosphäre zu zerbröckeln droht

Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf – so auch in der Blogosphäre. Die spaltet sich nämlich in zwei Lager, seit einige Blogger sich in den Kopf gesetzt haben, mit ihrem Blog an Geld zu kommen.

Die einen hoffen, dass Bloggen ein richtiger Beruf wird, die anderen fürchten, dass die Blogosphäre dabei ist, sich selbst zu demontieren, weil Kommerz dem Sinn der Blogosphäre widerspreche.

Hoch waren die Erwartungen in Weblogs, als sie vor einigen Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit rutschten. Blogs galten als das demokratischste aller Medien: Jeder hat wegen der einfachen Bedienung von Weblogs die Möglichkeit bekommen, öffentlich seine Meinung zu äußern – und dank der starken Vernetzung von Blogs auch Gehör zu finden. Viele prophezeiten eine nie gekannte Meinungsvielfalt. Denn Blogger würden im Gegensatz zu professionellen Journalisten unabhängig von Werbekunden, PR-Agenturen und Verlegern berichten können. Doch dieser Traum scheint nun ausgeträumt.

Werbung in Blogs gibt es schon seit Beginn der Entwicklung: Viele Blogs schalten kontextbezogene Google-Anzeigen oder verdienen Provisionen mit Links zu Partnerprogrammen wie Amazon. Doch das große Geld lässt sich so nicht verdienen. Deswegen nahm die Dreistigkeit beim Versuch, Einnahmen zu erzielen, zu.

Einige Blogger haben sich wochenlang mit einem Opel aushalten lassen und begeisterte Fahrberichte geschrieben, andere sind in eine von Coca-Cola gesponserte WG gezogen und haben von dort aus über die Fußball-WM berichtet.

Die Firma Trigami zahlt Bloggern Geld, wenn diese über bestimmte Produkte schreiben. Zwar müssen die Beiträge gekennzeichnet sein, doch wer liest einen Artikel schon bis zur letzten Zeile? Andere betreiben gleich Schleichwerbung, indem die Beiträge gar nicht erst als Werbung ausgegeben werden.

Und das alles scheint nur der Anfang: Unternehmen entdecken Blogs erst langsam als ideale Werbefläche. Sie erreichen eine recht junge, gut gebildete und meinungsstarke Zielgruppe. Das Unternehmen bekommt ein authentisches und hippes Image. Zudem kann es neue Werbeformate – wie kommentierbare Banner – testen. Virales Marketing nennen die Firmen das.

Wie die Blogosphäre sich durch den Einzug des Kommerzes entwickeln wird, ist noch unklar. Die zwei Pole, die sich gebildet haben, scheinen unversöhnlich.

Auf der einen Seite die Gruppe um Sascha Lobo, Blogger bei der Riesenmaschine und Autor des Buches "Wir nennen es Arbeit – Die digitale Bohème". Lobo hat im April die Blog-Vermarktungsagentur Adical gegründet. Die Idee: Blogger schließen sich zu einem Verbund zusammen, um Werbern eine attraktive Plattform zu bieten. Die bislang 30 Blogs bei Adical haben zusammen etwa drei Millionen Seitenaufrufe pro Monat. Mit dabei sind viele bekannte Blogger: Stefan Niggemeier mit seinem Bildblog oder Johnny Häusler mit Spreeblick.

Auf der anderen Seite stehen Blogger wie Don Alphonso, die die neue Spezies der kommerziellen Blogger als "unsägliche PR-Pfuscher", "zwielichtige Meinungsführer" oder einfach "Hanswurste" bezeichnen. Don Alphonso wirft Lobo & Co. vor, Bloggen vor allem als Cashcow zu begreifen. Er meint: "Ich würde mir nicht bei jedem Satz überlegen wollen, ob ich das jetzt für meine Leser oder für das Geld schreibe."

Sascha Lobo tut die Kritik als eine Art Wachstumsschmerz der Blogosphäre ab: "Eine Subkultur auf dem Weg zur Kultur bäumt sich auf." Die Blogosphäre sehe sich mit den gleichen Problemen konfrontiert, die jede Subkultur habe, wenn sie in einem Bereich der Gesellschaft ankomme, der mit Kommerzialisierung und Professionalisierung zu tun habe, meint Lobo. "Das ist wie bei Punkmusik und Skateboardfahren."

reCAPTCHA - Bücher lesen gegen Spam

So genannte "Captchas" sind ein beliebtes Mittel der Spam-Bekämpfung. Um zu beweisen, dass sie keine Spam-Bots, sondern Menschen aus Fleisch und Blut sind, müssen Internetnutzer täglich millionenfach unleserliche Buchstabenfolgen abtippen.

Eigentlich eine ziemliche Zeitverschwendung, die zusammengerechnet 150.000 Arbeitsstunden pro Tag in Anspruch nimmt. Diese Zeit sinnvoller zu nutzen hat sich das Projekt reCAPTCHA auf die Fahnen geschrieben. Dort digitalisiert man alte Bücher per "Optical Character Recognition" (OCR), wobei das Programm manchmal einzelne Wörter nicht richtig erkennt - eine Überprüfung durch den Menschen ist notwendig.

Hier kommen die Millionen Captcha-abtippender User ins Spiel, die nun keine sinnlosen Buchstabenfolgen mehr vorgesetzt bekommen, sondern eben jene eingescannten Wörter, die vom OCR-Programm nicht erkannt werden konnten. Aber woher weiß der Computer dann, ob das eingetippte Wort korrekt ist? Ein ausgeklügelter Mechanismus macht dies möglich:

Each new word that cannot be read correctly by OCR is given to a user in conjunction with another word for which the answer is already known. The user is then asked to read both words. If they solve the one for which the answer is known, the system assumes their answer is correct for the new one. The system then gives the new image to a number of other people to determine, with higher confidence, whether the original answer was correct.

reCaptcha gibt es auch als Plugin für WordPress, Drupal, MediaWiki, phpBB und viele weitere Content Management Systeme.

Hast du mal nen Euro? Die "Mini-GmbH" kommt

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das GmbH-Recht grundlegend modernisieren und Existenzgründungen erleichtern soll.

Grund für die Modernisierung und Entbürokratisierung ist v.a. die zunehmende Beliebtheit der englischen Rechtsform Limited (Ltd.), die auch gerne für Internet-Startups eingesetzt wird.

Das Mindeststammkapital für die klassische GmbH soll auf 10.000 reduziert werden, zudem wird es möglich sein, eine "haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft" (GmbH UG) zu gründen, für die zunächst nur ein Euro eingezahlt werden muss. Auch der Gang zum Notar bleibt Gründern nach dem neuen Gesetzentwurf in vielen Fällen erspart.

Mehr zum Thema bei gründerszene, Basic Thinking oder sueddeutsche.de.

Spiegel TV: Gefangen im Netz

Spiegel TV beschäftigt sich heute auf VOX von 21.55 bis 00.00 Uhr unter dem Titel "Gefangen im Netz" mit den Chancen und Risiken der zunehmenden Computer- und Internetnutzung bei der sog. "Generation Game" (Weitere Infos zur Sendung).

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