Die Lust am Bildblog: Interview mit Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis

Seit drei Jahren bloggen Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis auf Bildblog. Wie es weitergeht, was sie motiviert und was sie vom Kontakt mit den Lesern halten, verraten sie in einem Videobeitrag beim Elektrischen Reporter.

"Politik Digital"-Blogsprechstunde mit Kathrin Passig

In der Chat-Reihe Blogsprechstunde von Politik Digital ist am Dienstag, den 27. März Kathrin Passig von der Riesenmaschine zu Gast. Von 16 bis 17 Uhr kann man ihr Fragen stellen.

Eine Woche später - am 3. April - folgt dann MC Winkel. Und am 10. April ist Robert Basic dran.

Alte Gespräche - z.B. mit Markus Beckedahl, Felix Schwenzel und Udo Vetter - kann man auf der Homepage von Politik Digital nachlesen.

sued-café: Neue "Leser-Lounge" bei sueddeutsche.de

Letzte Woche kursierten in der Blogosphäre bereits Meldungen über das neue Community-Projekt von sueddeutsche.de. In der Testphase hieß die "Leser-Lounge" des Online-Ablegers der SZ noch "suedpol", heute ist sie unter dem Namen "sued-café" offiziell eröffnet worden. Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs über das Projekt:

Mensch trifft Mensch im Internet - das ist auch das Prinzip von "sued-café", der neuen Leser-Lounge von sueddeutsche.de. Sie eröffnet am heutigen Mittwoch und nutzt dabei Erfahrungen, die jetzt.de, das Jugendportal der Süddeutschen Zeitung, seit sechs Jahren mit Communities gemacht hat. 110.000 User sind hier registriert, und um vorigen Jahr gab es den Grimme Online Award für die Aufbauleistung.

Das Kommentieren redaktioneller Artikel ist auf sueddeutsche.de für angemeldete Benutzer bereits seit einigen Wochen möglich. Nun sollen sich die Leser auch über Profilseiten, Gästebücher und Foren gegenseitig über das Tagesgeschehen austauschen können.

Qualitätskontrolle: 1.000 exzellente Wikipedia-Artikel

Wikipedia wächst rasant: Über 550.000 Artikel sind derzeit allein in der deutschsprachigen Version abrufbar, in der englischsprachigen Wikipedia bewegt man sich langsam aber sicher auf die 2-Millionen-Grenze zu.

Weniger rasant ist das Wachstum der Artikel, die von der Wikipedia-Community als exzellent eingestuft werden. Kürzlich wurde auf de.wikipedia.org der 1000. Artikel in die Liste der Exzellenten Artikel aufgenommen. In der Pressemitteilung von Wikimedia Deutschland heißt es zum strengen Review-Verfahren des Projekts:

Bevor Artikel mit diesem Prädikat ausgezeichnet werden, müssen sie eine aufwändige Prüfung über sich ergehen lassen, in der zahlreiche Wikipedia-Autoren die vorgeschlagenen Werke in einem offenen Verfahren begutachten. Während der Kandidatur erfahren Beiträge in aller Regel auch noch einmal eine deutliche Verbesserung, indem bestehende Kritikpunkte beseitigt werden - seien sie inhaltlicher oder sprachlicher Natur. Wesentlich ist dabei auch, dass die Quellen des Artikels einwandfrei dokumentiert sind. Ebenso wird auf eine sinnvolle Bebilderung der Artikel geachtet.

Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Artikel schneidet die deutschsprachige Wikipedia gut ab, in der englischsprachigen Wikipedia gibt es derzeit knapp 1.300 "Featured Articles".

Web 2.3/4: Harald Schmidt bloggt

in

Nach Hape Kerkeling alias Horst Schlämmer nun auch Harald Schmidt: Blog-Hasser Schmidt wird selber Blogger. Von nun an will Schmidt jeden Montag eine Zusammenfassung der wöchentlichen Autorenkonferenz ins Netz stellen.

Die Welt der Blogger bedarf der professionellen Revolution! Bis jetzt sind es überwiegend Wichtigtuer und Selbstdarsteller, die den Ratsuchenden sinnlos zubloggen. Lecker essen, supi feiern und noch billig nen Flug gekriegt - auf diesem Niveau wird gemüllt, dass es einen graust. Genügen denn wirklich schon zwei rote Hosenträger, um sich vor eine Videokamera zu setzen?

Und so soll das Video aussehen:

Gegen 16 Uhr wird Web-Ikone Harald Schmidt eine ausführliche Zusammenfassung der Autorenkonferenz seiner Show vom selben Tag, 11 Uhr, geben. Als Video. Gratis. Wochenplanung, Gästebeschimpfung, Hass auf Tatort, fader SPIEGEL, Bundesligaanalyse und Benotung der FAS-Autoren - was halt so anfällt, in einer Autorenkonferenz am Montag in der Früh.

Andrack & Co. sollen Schmidt dabei aus dem Hintergrund anstacheln. Die Videos sollen fünf bis 30 Minuten lang werden.

via: Medienrauschen

"Einbahnstraße Werbung": Wikipedia auch in Zukunft ausschließlich über Spenden finanziert

Das rasche Wachstum der Online-Enzyklopädie Wikipedia führt zu immer höheren Betriebskosten, die sich derzeit auf etwa 75.000 Dollar im Monat belaufen, wie Wikipedia-Aktivist Matthias Schindler gegenüber Spiegel Online erläuterte.

Trotz steigender Kosten seien aber kursierende Gerüchte, das gemeinnützige Projekt könne sich mittelfristig nicht allein über Spendengelder finanzieren, haltlos. Zwar gäbe es noch Spielraum, das Fundraising für Wikipedia zu professionalisieren, eine zusätzliche Finanzierung über Werbeeinnahmen schließt Schindler allerdings kategorisch aus:

Wikimedia ist nicht zufällig eine gemeinnützige Organisation, sondern aus Prinzip. Ohne den Einsatz zigtausender Freiwilliger wäre Wikipedia auch heute noch eine leere Website. Und es ist nur schwer vorstellbar, dass Menschen so viel Energie in ein Projekt investieren würden, das als Wirtschaftsunternehmen geführt wird.

Auch schon Werbung in sehr dezenter Form könnte gefährliche Folgen haben. Sie könnte zu einer Verringerung der Spendenbereitschaft führen und damit mehr Werbung erforderlich machen. Am Ende hätten wir dann die Abhängigkeit von der Spendenbereitschaft der Öffentlichkeit nur durch die Abhängigkeit von der Werbewirtschaft ersetzt. In diese Einbahnstraße wollen wir nicht einbiegen.

Wikia Search: Konkurrenz für Google & Co.?

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales möchte seine auf Open Source-Techologien begründete Suchmaschine "Wikia Search" noch in diesem Jahr launchen. Anstelle mathematischer Algorithmen soll das Ranking der Suchergebnisse durch die menschliche Urteilskraft zahlreicher Internetnutzer beeinflusst werden, so Wales im Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

Das wird funktionieren wie bei Wikipedia. Die Internet-Enzyklopädie wird in einer Gemeinschaft von Nutzern regelmäßig ergänzt, redigiert und verbessert. Auch bei Wikia Search wird eine Gemeinschaft von Nutzern die ganzen Websites positiv oder negativ bewerten und hinterher in eine Rangfolge einordnen.

Im Gegensatz zum Wikipedia-Projekt, für das eine gemeinnützige Stiftung ins Leben gerufen wurde, soll sich Wikia Search vor allem über Werbeeinnamen finanzieren. Für die Umsetzung seien bereits mehrere Investoren, u.a. das Online-Versandhaus Amazon, gefunden worden.

Mercedes Bunz wird Chefredakteurin bei tagesspiegel.de

Aufsehen erregte die Journalistin Mercedes Bunz mit ihrem zitty-Artikel "Meine Armut kotzt mich an" über das Phänomen des "urbanen Penners": "hip, hoch qualifiziert, diffus kreativ und arm."

Laut kress.de übernimmt die bisherige zitty-Chefredakteurin ab 15. März 2007 den neu geschaffenen Chefredakteurs-Posten bei tagesspiegel.de.

via djs44b-Blog

Weblog der Tagesschau: Ein Flaggschiff wird zum Speedboot

Bloggen als Chefsache: Die Chefredakteure der ARD-Tagesschau geben Einblick hinter die Kulissen der Nachrichtensendung – und zeigen, wie etablierte Medien mit Weblogs ihr Angebot attraktiver machen können.

So wüst geht es also zu in der Redaktion von Deutschlands wohl sachlichster und ausgewogenster Nachrichten-Sendung: Die Tagesschau-Redakteure sitzen unruhig in der Themenkonferenz und blicken heimlich auf ihre Mobiltelefone unter dem Tisch. Es läuft das Halbfinale der Handball-WM, Deutschland gegen Frankreich, Verlängerung. „Froschfresser“ ruft der Chef vom Dienst außer sich – und noch weitere Beleidigungen über die französischen Handballer fallen.

Was früher nie nach draußen gedrungen wäre, ist nun für alle Welt nachlesbar: Noch am selben Abend berichtet der Chefredakteur der Tagesschau Kai Gniffke im Internet von dem Geschehen in der Redaktion: „Das ist das Ende! Das solide, grundgute Nachrichtenflaggschiff versunken in schwarz-rot-geilem Nationalsumpf! Aber ehrlich gesagt: Das Spiel war’s wert.“

Seit einem Monat sind die Chefredakteure von ARD-aktuell Kai Gniffke und Thomas Hinrichs nicht mehr nur Journalisten, sondern auch Blogger. Sie schreiben regelmäßig auf der Webseite blog.tagesschau.de Beiträge über ihren Arbeitsalltag – aus sehr persönlicher Sicht.

„Manchmal ist es schon schwierig, sich zu offenbaren“, sagt Hinrichs gegenüber sueddeutsche.de über die neue „Arbeit“. Mit dem Weblog wollen sie aufzeigen, meinen die beiden Chefredakteure, „wie sich ein Nachrichtentag aus unserer Sicht entwickelt hat, welche Bilder wir gesehen haben, warum manches Thema durch den Rost gefallen ist“.

Das Weblog der Tagesschau gibt es zwar schon seit fast drei Jahren. Doch erst seit die beiden Chefredakteure seit dem 2. Januar mitbloggen, hat es eine hohe Aufmerksamkeit bei den Internet-Nutzern erreicht.

Die Leser haben die Möglichkeit, direkt Kommentare zu dem Geschriebenen abzugeben – und das tun sie auch. Den ersten Beitrag – über die Entscheidung der Redaktion, die Hinrichtung von Saddam Hussein nicht in der Tagesschau zu zeigen – kommentierten 169 Leser. Mal zustimmend, mal kritisch.

„Bloggen macht Spaß“, sagt Hinrichs. „Es ist zwar manchmal anstrengend, nach zwölf oder dreizehn Stunden Arbeit noch die Muße zu finden, einen ansprechenden Text zu verfassen, aber es ist schon so, dass Gniffke und ich ein wenig wetteifern, wer mehr Reaktionen bekommt.“ Neben E-Mail- und Briefverkehr wolle man eine weitere Möglichkeit schaffen, mit den Zuschauern unmittelbar ins Gespräch zu kommen. „Das erdet“, findet Hinrichs.

In ihren Beiträgen auf dem Tagesschau-Blog erläuterten Gniffke und Hinrichs zum Beispiel, warum sie sich an dem Tag, als Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber abdankte und Kyrill über Deutschland fegte, dafür entschieden haben, die Sendung mit dem Sturm zu beginnen und nicht mit der politischen Nachricht. Oder sie erklären, dass man in der ARD schon lange von Horst Seehofers Freundin in Berlin wusste, es aber niemals thematisiert hätte.

Mal kommen die Einträge ein wenig oberlehrerhaft rüber und erinnern an die „Sendung mit der Maus“, so beispielsweise der Text „Wie kommt Condie in die Tagesthemen?“ über ein Interview mit der US-amerikanischen Außenministerin Condoleezza Rice. Mal wirken sie ein wenig selbstbeweihräuchernd und wie professionelle PR-Arbeit: „Die Tagesschau sendet nach wie vor die seriösesten, sachlichsten und besten Fernsehnachrichten“, heißt es einmal.

Doch die meisten Beiträge sind interessant. Denn Gniffke und Hinrichs plaudern aus dem Nähkästchen und sagen ehrlich ihre Meinung. Ganz anders als bei Weblogs vieler anderer Medien, denen man anmerkt, dass das Bloggen für die Journalisten eher eine Qual ist und sie sich oft wochenlang nicht zu Wort melden.

Beim Weblog der Tagesschau dagegen schreiben die Leser in den Kommentaren: „Sehr lehrreich und sehr unterhaltsam. Daumen hoch!“, „Schön, wie Sie uns einen Einblick in den Journalismus direkt neben der Bühne der Weltpolitik ermöglichen“ oder „Ich finde es einen gelungenen Kontrast zum Nachrichtenroboter“.

Im Grunde ist das Tagesschau-Blog eine Art Corporate Blog, ein von einem Unternehmen geführtes Weblog zur Selbstdarstellung. Aber es ist ein sehr gutes und geschickt geführtes.

„Wir wollen deutlich machen, dass sich diese Redaktion nicht einigelt, sondern sich der Diskussion stellt. Eine gebührenfinanzierte Nachrichtenredaktion muss transparent sein“, schreibt Kai Gniffke in einem Beitrag. Das klappe bislang so gut, sagt Hinrichs, dass überlegt werde, Auslandskorrespondenten und Nachrichtensprecher in das Weblog mit einzubeziehen.

Und die Tagesschau bekommt ganz nebenbei ein frisches Image.

(Der Artikel ist auf sueddeutsche.de erschienen.)

Live-Chat: Die Blogsprechstunde auf politik-digital

Immer dienstags gibt es ab 6. Februar 2007 auf politik-digital.de einen Live-Chat mit bekannten Größen der deutschen Blogosphäre. In der Pressemeldung zur Blogsprechstunde heißt es:

„Wir wollen experimentieren, wie die Blogger mit einem Kommunikationsmittel umgehen, das noch schneller und noch authentischer ist als ein Weblog“, sagt Christoph Dowe, Geschäftsführer von pol-di.net e.V., dem Trägerverein von politik-digital.de. Die meisten Weblogs haben zwar eine Kommentarfunktion, diese lässt aber keinen unmittelbaren Kontakt zu.

Los geht es am 6. Februar mit Bildblogger Christoph Schultheis, bis Ostern werden voraussichtlich vom Law- bis zum Shopblogger neun weitere "Leitfiguren der deutschen Blogosphäre" eine Stunde lang im Live-Chat Rede und Antwort stehen:

  • Dienstag, 6.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Christoph Schultheis; bildblog.de.
  • Dienstag, 13.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Mario Sixtus; sixtus.net.
  • Dienstag, 20. Februar 07, 16.00 bis 17 Uhr: Katharina Borchert; lyssas-lounge.de/peepshow und WestEins.
  • Dienstag, 27.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Udo Vetter; lawblog.de.
  • Dienstag, 6.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Felix Schwenzel; wirres.net.
  • Dienstag, 13.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Markus Beckedahl; netzpolitik.org.
  • Dienstag, 20.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Björn Harste; shopblogger.de.
  • Dienstag, 27.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Kathrin Passig; riesenmaschine.de.
  • Dienstag, 3.4.07, 18.00 bis 19.00 Uhr (vorauss.): Mathias „MC Winkel“ Winks; whudat.de.
  • Dienstag, 10.4.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Robert Basic; basicthinking.de/blog.

Wer der Blogprominenz eine Frage stellen möchte, aber an den jeweiligen Terminen keine Zeit hat, kann dies bereits vorher im Wartezimmer von politik-digital tun.

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