StudiVZ-Blog: Gegendarstellung à la Web 2.0

Konstantin Urban, Chef von Holtzbrinck Networks, hat sich in einem Interview mit manager-magazin.de zum Thema Datensicherheit bei der kürzlich von der Holtzbrinck-Gruppe erworbenen Studenten-Community StudiVZ geäußert:

Selbstverständlich musste man nachrüsten, und das hat StudiVZ getan. Die Datensicherheit ist jetzt gegeben. Unlängst hat der Chaos Computer Club vergebens versucht, sich ins System zu hacken. Auch die Seite ist jetzt stabil.

Einige Hacker fühlten sich wohl provoziert und so folgte eine Gegendarstellung prompt - und zwar gestern Nacht auf dem offiziellen StudiVZ-Blog. Dort war u.a. an die StudiVZ-Nutzer gerichtet zu lesen:

Der Chaos Computer Club beteiligt sich nicht an solchen 'Hackt uns doch'-Mätzchen wie dem von studiVZ ausgerufenen Wettbewerb. Es kommt leider vor, dass einzelne Spinner von sich behaupten, 'im Namen des CCC' zu handeln, wie wohl auch hier geschehen. Mit dem Chaos Computer Club hat das jedoch nichts zu tun.

Die 'Hackt uns doch'-Mätzchen dürften auf eine umstrittene Ausschreibung der StudiVZ-Betreiber anspielen, bei der aufgedeckte und übermittelte Sicherheitslücken mit 256 Euro entlohnt wurden.

Zwar steht keineswegs fest, ob der CCC tatsächlich etwas mit der Gegendarstellung zu tun hat - dennoch sorgte die Aktion in Bloggerkreisen für Belustigung. Das gehackte StudiVZ-Blog wurde mittlerweile vom Netz genommen, die vollständige Gegendarstellung ist z.B. auf blogbar.de dokumentiert.

"Herausforderung Medienjournalismus": Die 50. Ausgabe der "Neuen Gegenwart"

Die 50. Ausgabe des Online-Magazins "Neue Gegenwart" ist erschienen. Diesmal beschäftigen sich Björn Brückerhoff & Co. mit dem Thema "Herausforderung Medienjournalismus".

Darin betrachtet zum Beispiel die Kommunikationswissenschaftlerin Maja Malik den Medienjournalismus aus Sicht der Forschung, man liest einen Nachruf auf das eingestellte Printmagazin "V.i.S.d.P." und Kai Haller analysiert und systematisiert die amerikanische Weblogszene.

Bis die neue Ausgabe der "Neuen Gegenwart" erscheint, hat man immerhin zwei Monate Zeit, die zahlreichen Artikel durchzulesen.

Mathias Müller von Blumencron: "Akkurater, packender, hintergründiger werden."

Fiete Stegers hat auf Onlinejournalismus.de ein Interview mit Spiegel-online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron veröffentlicht. Müller von Blumencron spricht über seine Einschätzungen für den Online-Journalismsus im Jahr 2007:

Die Visualisierung von Inhalten durch Bewegtbild ist das große Entwicklungsfeld. Neue Kompressionstechniken werden es erlauben, mit geringen Datenmengen Fullscreen-Videos auszuliefern - und zwar in TV-Qualität oder besser.

Und weiter:

Für Spiegel Online ist in den nächsten Monaten neben Video und Community vor allem eines wichtig: Wir werden weiter sämtliche Ressorts ausbauen und unsere Berichterstattung verbessern. Wir wollen akkurater werden, packender, hintergründiger. Die klassische journalistische Berichterstattung ist der Kern von Spiegel Online - und so wird es bleiben.

Don Alphonso vs. StudiVZ: Ring frei für Runde zwei

Nach der Übernahme von StudiVZ durch Holtzbrinck gibt sich der größte Kritiker des Community-Portals Don Alphonso siegessicher. Er sei dafür mitverantwortlich, dass der Verkaufspreis nicht weitaus höher ausgefallen ist. In der Blogbar schreibt er:

Genauso wenig ist der Preis aber das, was man sich bei StudiVZ erwartet hat, bevor das hier mit der Behandlung des Themas losging. Irgendwo in der Mitte haben wir uns getroffen. Hätte ich noch vor dem 24.12. über die Gruppen geschrieben, die Völkermord leugnen oder sonstwie bei StudiVZ durchkommen, wäre vielleicht noch was gegangen, aber hey, auch Holtzbrinck wird seinen Spass mit mir haben wollen - Überraschung!

Don Alphonsos Kampf gegen StudiVZ scheint noch nicht beendet:

Ich hatte und habe meinen Spass mit StudiVZ.

StudiVZ an Holtzbrinck verkauft

Das Community-Portal StudiVZ hat in den vergangenen Wochen für viel Aufregung gesorgt. Nun ist StudiVZ wieder in den Schlagzeilen: Für über 100 Millionen Euro ist es an die Holtzbrinck-Gruppe verkauft worden, meldet Spiegel Online.

Bei der Studenten-Community sollen nach eigenen Angaben mehr als eine Million User registriert sein. StudiVZ war zunehmend in die Kritik geraten, weil die Gründer einen bedenklichen Umgang mit der Nazi-Vergangenheit pflegten, Blogger eine Sicherheitslücke nach der anderen aufgedeckt hatten und weil einige weibliche Mitglieder der Community regelrecht Opfer von Stalkern wurden.

Die StudiVZ-Gründer dürften dies nun nicht mehr stören. Sie werden erst einmal wieder eine Party feiern. Und dazugelernt haben sie vielleicht auch: Auf der Seite www.voelkischer-beobachter.de ist nichts von dem Kauf zu lesen.

Auf dem StudiVZ-Blog heißt es:

Es ist mit der Übernahme auch sichergestellt, dass es studiVZ langfristig geben wird. So können wir sicherstellen, dass das komplette Angebot für Euch auch in Zukunft kostenlos bleibt.

Nachtrag: Die Verkaufssumme soll nun doch deutlich unter 100 Millionen Euro liegen.

Ende des Blogwachstums in Sicht?

Die Zahl der Weblogs werde in diesem Jahr wohl ihren Höhepunkt erreichen, schreibt die Financial Times Deutschland heute.

Gartner-Analyst Daryl Plummer sagt:

"Die meisten Menschen, die sich für Weblogs interessieren, haben sich schon einen angelegt."

Auch Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach von Edelman PR sieht eine langsame Sättigung.

Jan Schmidt und Martin Röll sehen dagegen noch keine Ende des Blog-Booms. Röll sagt:

"Wir haben bis heute noch nicht herausgefunden, was mit Weblogs alles möglich ist."

Steve Rubel, einer Star-Blogger aus den USA, prognostiziert in der FTD eine Blog-Sättigung. Er meint jedoch, der Einfluss von Blogs werde weiter zunehmen. Dem stimmen wir zu.

Chefredakteure der Tagesschau bloggen

Von heute an beginnen die beiden Chefredakteure der tagesschau, Kai Gniffke und Thomas Hinrichs, zu bloggen. Auf der Seite schreibt Kai Gniffke:

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,ab dem 02. Januar 2007 beginnen Thomas Hinrichs und ich unseren Tagesschau-Blog, den Chefredakteurs-Blog. In unregelmäßigen Abständen wollen wir Ihnen erzählen, wie sich ein Nachrichtentag aus unserer Sicht entwickelt hat, welche Bilder wir gesehen haben, warum manches Thema durch den Rost gefallen ist.

Mit dem Blog wollen sie mehr Transparenz schaffen. Ein ehrenwertes Ziel. Doch bleibt abzuwarten, ob die beiden nicht schon bald wieder die Lust am Bloggen verlieren. Es klingt sehr bemüht und gezwungen, wie sie ihr Vorhaben ankündigen.

Pläne bei Deutschlands Onlinemedien für 2007

Onlinejournalismus.de hat es vorgemacht, zwei Tage später fasst auch die taz die aktuellen Entwicklungen bei Deutschlands Onlinemedien zusammen:

"Wir werden ein Feuerwerk der Ideen abbrennen", meint Frank Thomsen von Stern.de wenig konkret.

"Ein eigenes Videoteam wird die Zusammenarbeit mit 'Focus TV' weiter ausbauen", sagt zum Beispiel Jochen Wegner von Focus Online.

"Ein wohlwollender Kritiker": Meckerblogger im Interview

Thomas Mrazek hat für Onlinejournalismus.de den Meckerblogger, der Fehler von Zeit Online kritisiert, per Email interviewt.

Der Meckerblogger meint:

"Wünschen würde ich mir ab und an mehr Reaktionen von ZEIT online – das ist ja schließlich meine primäre Zielgruppe."

"Was das Meckerblog z.B. vom Bildblog unterscheidet, ist, dass ich ein wohlwollender Kritiker bin."

"Mehr Transparenz wäre in allen Medien wünschenswert, solange keine echten Redaktionsgeheimnisse tangiert sind."

"Wikiasari": Die neue Wikipedia-Suchmaschine

Die Macher von Wikipedia planen eine eigene Suchmaschine. Wikiasari soll sie heißen und nach dem Wiki-Prinzip funktionieren.

Der Name kommt von dem hawaianischen Wort "wiki wiki" (schnell) und dem japanischen "Asari" (Suche). Eine erste Version soll bereits vor Mai 2007 herauskommen.

via: Der Standard

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