Leserreporter

Spiegel-Online: Gefälschte Leserreporter-Fotos online

Spiegel Online macht erste Gehversuche mit Leserreportern und gleich schlechte Erfahrungen. Während Sturm "Kyrill" über Deutschland fegte, forderte Spiegel Online seine Leser auf, dem Online-Magazin selbstgeschossene Fotos von "Kyrill" zu schicken.

In einer Bildergalerie veröffentlichte Spiegel Online die besten Leser-Fotos. Drei waren dabei besonders eindrucksvoll: Darauf zu sehen war ein Frachter, der mit riesigen Wellen im Sturm kämpfte. Darunter stand zum Beispiel:

"Bei dieser großen Nordsee-Welle verschwand das Schiff von SPIEGEL-ONLINE-Leser Jan Christian Ohlsen kurzzeitig in den Fluten."

Allerdings existierten die Fotos schon seit Tagen im Netz - also lange bevor "Kyrill" kam: Mindestens zwölf Tage sind die Bilder alt, denn da wurden sie bei YiGG.de eingestellt, ist auf Post von Andi zu lesen.

Spiegel Online hat die Bilder nach einem Hinweis übrigens entfernt. Jetzt steht dort:

"Anmerkung der Redaktion: Die ursprünglich hier abgebildeten Fotos wurden uns von einem Leser unter dem Namen Jan-Christian Ohlsen zugemailt. Sie stammen indes nicht aus dem Orkan Kyrill, sondern wurden bereits vor längerer Zeit aufgenommen. Wir haben die Bilder daher entfernt und bitten um Entschuldigung."

via: PvA, djs44b.de/blog

Wissenschaftliche Arbeit über Leserreporter

Zum noch recht neuen Thema "Readers Editions und Leser-Reporter" gibt es eine (recht kurze) wissenschaftliche Arbeit im Netz. Markus Goldmann hat sich an der Hochschule Darmstadt mit dem Thema beschäftigt. Sein Fazit:

Die Grenze verläuft nicht zwischen professionellen Journalisten und Laien-Reportern. Sie verläuft zwischen Menschen, die ethischen Standards einhalten, und denen, die es nicht tun.

Hier kann man die Arbeit vollständig lesen.

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