Markt

Onruhr eingestellt

Onruhr, die erste nur im Internet erscheinene Lokalzeitung, hat ihr Erscheinen eingestellt. Als Grund werden finanzielle Probleme angegeben.

Onruhr galt lange als Vorzeigeobjekt dafür, wie gut lokale Nachrichten im Internet funktionieren können.

Im Gästebuch schreibt einer:

Es war schön - Freue mich auf ein Wiedersehen
Auch wenn nur kurz: OnRuhr.de hat das Ruhrgebiet neu belebt.

Erste Version der ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 erschienen

Erstmals sind mehr als 40 Millionen Deutsche online. Das ergibt die neue ARD/ZDF-Onlinestudie. Eine kurze Version kann man bereits als pdf herunterladen, die ausführliche Version erscheint dann im August in der Zeitschrift Media Perspektiven veröffentlicht.

"Neid" - Elfriede Jelinek stellt Roman ins Netz

Die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek veröffentlicht einen Roman nur im Netz - auf ihrer Homepage www.elfriedejelinek.com. Die ersten beiden Kapitel von "Neid" sind bereits erschienen. Das Buch, das Jelinek einen Privatroman nennt, beginnt so:

Kleine Lebenswelten stürzen nach außen, die dazupassenden kleinen Lebensweisheiten nach innen. In der Mitte treffen sie einander. Touristische Aktivitäten zur Vermarktung von Kultur und Geschichte sollen, ausgerechnet an so einem Ort, plötzlich zusammengefügt werden wie kurzgeschlossene Drähte, bis sie, nicht einmal ein Auto in Gang setzend, funkensprühend, zischend zurückschlagen, um den Einzug in unser Fassungsvermögen ordentlich vorzubereiten, was bedeutet: Spaßfaktor! Spaßfaktor!

Ausdrucken kann man sich den Text hier. Ob das Buch anschließend verkauft wird, ist unklar.

Die Lust am Bildblog: Interview mit Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis

Seit drei Jahren bloggen Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis auf Bildblog. Wie es weitergeht, was sie motiviert und was sie vom Kontakt mit den Lesern halten, verraten sie in einem Videobeitrag beim Elektrischen Reporter.

Online-Werbung boomt

Im Jahr 2006 wurde 45 Prozent mehr für Online-Werbung ausgegeben. Insgesamt 480 Millionen Euro wurden von Firmen für Werbung gezahlt. Telekommunikationsunternehmen, Internetanbieter und Banken geben dabei am meisten für Online-Werbung aus.

Online-Werbung macht aber immer noch nur drei Prozent des gesamten Werbemarktes aus. Man geht jedoch von einem weiteren Wachstum aus. Insbesondere die Werbung mit bewegten Bildern wird immer beliebter.

Mathias Müller von Blumencron: "Akkurater, packender, hintergründiger werden."

Fiete Stegers hat auf Onlinejournalismus.de ein Interview mit Spiegel-online-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron veröffentlicht. Müller von Blumencron spricht über seine Einschätzungen für den Online-Journalismsus im Jahr 2007:

Die Visualisierung von Inhalten durch Bewegtbild ist das große Entwicklungsfeld. Neue Kompressionstechniken werden es erlauben, mit geringen Datenmengen Fullscreen-Videos auszuliefern - und zwar in TV-Qualität oder besser.

Und weiter:

Für Spiegel Online ist in den nächsten Monaten neben Video und Community vor allem eines wichtig: Wir werden weiter sämtliche Ressorts ausbauen und unsere Berichterstattung verbessern. Wir wollen akkurater werden, packender, hintergründiger. Die klassische journalistische Berichterstattung ist der Kern von Spiegel Online - und so wird es bleiben.

Don Alphonso vs. StudiVZ: Ring frei für Runde zwei

Nach der Übernahme von StudiVZ durch Holtzbrinck gibt sich der größte Kritiker des Community-Portals Don Alphonso siegessicher. Er sei dafür mitverantwortlich, dass der Verkaufspreis nicht weitaus höher ausgefallen ist. In der Blogbar schreibt er:

Genauso wenig ist der Preis aber das, was man sich bei StudiVZ erwartet hat, bevor das hier mit der Behandlung des Themas losging. Irgendwo in der Mitte haben wir uns getroffen. Hätte ich noch vor dem 24.12. über die Gruppen geschrieben, die Völkermord leugnen oder sonstwie bei StudiVZ durchkommen, wäre vielleicht noch was gegangen, aber hey, auch Holtzbrinck wird seinen Spass mit mir haben wollen - Überraschung!

Don Alphonsos Kampf gegen StudiVZ scheint noch nicht beendet:

Ich hatte und habe meinen Spass mit StudiVZ.

StudiVZ an Holtzbrinck verkauft

Das Community-Portal StudiVZ hat in den vergangenen Wochen für viel Aufregung gesorgt. Nun ist StudiVZ wieder in den Schlagzeilen: Für über 100 Millionen Euro ist es an die Holtzbrinck-Gruppe verkauft worden, meldet Spiegel Online.

Bei der Studenten-Community sollen nach eigenen Angaben mehr als eine Million User registriert sein. StudiVZ war zunehmend in die Kritik geraten, weil die Gründer einen bedenklichen Umgang mit der Nazi-Vergangenheit pflegten, Blogger eine Sicherheitslücke nach der anderen aufgedeckt hatten und weil einige weibliche Mitglieder der Community regelrecht Opfer von Stalkern wurden.

Die StudiVZ-Gründer dürften dies nun nicht mehr stören. Sie werden erst einmal wieder eine Party feiern. Und dazugelernt haben sie vielleicht auch: Auf der Seite www.voelkischer-beobachter.de ist nichts von dem Kauf zu lesen.

Auf dem StudiVZ-Blog heißt es:

Es ist mit der Übernahme auch sichergestellt, dass es studiVZ langfristig geben wird. So können wir sicherstellen, dass das komplette Angebot für Euch auch in Zukunft kostenlos bleibt.

Nachtrag: Die Verkaufssumme soll nun doch deutlich unter 100 Millionen Euro liegen.

Ende des Blogwachstums in Sicht?

Die Zahl der Weblogs werde in diesem Jahr wohl ihren Höhepunkt erreichen, schreibt die Financial Times Deutschland heute.

Gartner-Analyst Daryl Plummer sagt:

"Die meisten Menschen, die sich für Weblogs interessieren, haben sich schon einen angelegt."

Auch Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach von Edelman PR sieht eine langsame Sättigung.

Jan Schmidt und Martin Röll sehen dagegen noch keine Ende des Blog-Booms. Röll sagt:

"Wir haben bis heute noch nicht herausgefunden, was mit Weblogs alles möglich ist."

Steve Rubel, einer Star-Blogger aus den USA, prognostiziert in der FTD eine Blog-Sättigung. Er meint jedoch, der Einfluss von Blogs werde weiter zunehmen. Dem stimmen wir zu.

Pläne bei Deutschlands Onlinemedien für 2007

Onlinejournalismus.de hat es vorgemacht, zwei Tage später fasst auch die taz die aktuellen Entwicklungen bei Deutschlands Onlinemedien zusammen:

"Wir werden ein Feuerwerk der Ideen abbrennen", meint Frank Thomsen von Stern.de wenig konkret.

"Ein eigenes Videoteam wird die Zusammenarbeit mit 'Focus TV' weiter ausbauen", sagt zum Beispiel Jochen Wegner von Focus Online.

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