Politik

Hast du mal nen Euro? Die "Mini-GmbH" kommt

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das GmbH-Recht grundlegend modernisieren und Existenzgründungen erleichtern soll.

Grund für die Modernisierung und Entbürokratisierung ist v.a. die zunehmende Beliebtheit der englischen Rechtsform Limited (Ltd.), die auch gerne für Internet-Startups eingesetzt wird.

Das Mindeststammkapital für die klassische GmbH soll auf 10.000 reduziert werden, zudem wird es möglich sein, eine "haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft" (GmbH UG) zu gründen, für die zunächst nur ein Euro eingezahlt werden muss. Auch der Gang zum Notar bleibt Gründern nach dem neuen Gesetzentwurf in vielen Fällen erspart.

Mehr zum Thema bei gründerszene, Basic Thinking oder sueddeutsche.de.

Live-Chat: Die Blogsprechstunde auf politik-digital

Immer dienstags gibt es ab 6. Februar 2007 auf politik-digital.de einen Live-Chat mit bekannten Größen der deutschen Blogosphäre. In der Pressemeldung zur Blogsprechstunde heißt es:

„Wir wollen experimentieren, wie die Blogger mit einem Kommunikationsmittel umgehen, das noch schneller und noch authentischer ist als ein Weblog“, sagt Christoph Dowe, Geschäftsführer von pol-di.net e.V., dem Trägerverein von politik-digital.de. Die meisten Weblogs haben zwar eine Kommentarfunktion, diese lässt aber keinen unmittelbaren Kontakt zu.

Los geht es am 6. Februar mit Bildblogger Christoph Schultheis, bis Ostern werden voraussichtlich vom Law- bis zum Shopblogger neun weitere "Leitfiguren der deutschen Blogosphäre" eine Stunde lang im Live-Chat Rede und Antwort stehen:

  • Dienstag, 6.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Christoph Schultheis; bildblog.de.
  • Dienstag, 13.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Mario Sixtus; sixtus.net.
  • Dienstag, 20. Februar 07, 16.00 bis 17 Uhr: Katharina Borchert; lyssas-lounge.de/peepshow und WestEins.
  • Dienstag, 27.2.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Udo Vetter; lawblog.de.
  • Dienstag, 6.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Felix Schwenzel; wirres.net.
  • Dienstag, 13.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Markus Beckedahl; netzpolitik.org.
  • Dienstag, 20.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Björn Harste; shopblogger.de.
  • Dienstag, 27.3.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Kathrin Passig; riesenmaschine.de.
  • Dienstag, 3.4.07, 18.00 bis 19.00 Uhr (vorauss.): Mathias „MC Winkel“ Winks; whudat.de.
  • Dienstag, 10.4.07, 16.00 bis 17.00 Uhr: Robert Basic; basicthinking.de/blog.

Wer der Blogprominenz eine Frage stellen möchte, aber an den jeweiligen Terminen keine Zeit hat, kann dies bereits vorher im Wartezimmer von politik-digital tun.

NPD plant Sendungen auf YouTube

Lange hatte sich die NPD gegen das Web gesträubt: Eine imperialistische Erfindung aus Amerika sei es. Doch nun versucht die rechtsextreme Partei, das Web 2.0 für sich zu nutzen.

Auf YouTube will die NPD von Herbst an eine Wochenschau starten, die stark - von der Optik - an die ARD-tagesschau erinnert, so Spiegel Online.

Der Fall Joe Lieberman in der FAZ

Die FAZ resumiert den Fall, wie amerikanische Blogger dem Demokraten Joe Lieberman eine Wahlniederlage bescherten.

Jürgen Kalwa schreibt in "Die Königsmacher":

Wie groß der Einfluß von Bloggern wie Bob Adams und ihren täglich immer weiter anschwellenden Mitteilungsseiten im Internet mit so phantasievollen Namen wie „My Left Nutmeg“ oder „Spazeboy“ auf den Ausgang der Vorwahlen war, kann niemand genau sagen. Doch unbestritten ist ihre Rolle als Cheerleader und Multiplikatoren, die schon früh den politischen Nobody Lamont unterstützten und ihm so eine Plattform gaben, um in der Öffentlichkeit bekannt zu werden. „Meiner Ansicht nach haben sie die ganze Sache ins Rollen gebracht“, sagt der Demoskop Douglas Schwartz von der Quinnipiac University.

Schon im Dezember 2002 demonstrierten die Blogger in den USA ihre Macht als Citizen Media: US-Senator Trent Lott hatte sich auf einer politischen Veranstaltung rassistisch geäußert. Während andere Medien dies nicht weiter verfolgten, wurde im Internet die Berichterstattung auf Weblogs so lange aufrecht erhalten, bis die traditionellen Medien doch über Lott berichteten und dieser schließlich zurücktreten musste.

Siehe auch: The YouTube Election in der New York Times

Word War: Ahmadinedschad bloggt

"During the era that nobility was a prestige and living in a city was perfection, I was born in a poor family in a remote village of Garmsar"

Es beginnt wie der x-te Personal-Blog eines Schulmädchens. Mahmoud Amadinedschad, Präsident vom Iran, hat ein eigenes Weblog gestartet. Doch der weitere Beitrag wird politischer und prahlerischer, wie man Amadinedschad kennt: Auf www.ahmadinejad.ir handelt er die Geschichte des Irans ab, lobt seine schulischen Erfolge und schreibt ein Loblied auf den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini.

Als zweites Staatsoberhaupt nach dem syrischen Präsidenten Gaddafi hat Amadinedschad mit dem Bloggen begonnen. (Ob er die Texte selbst schreibt oder ein PR-Mitarbeiter, sei dahingestellt.) Zählt man unsere Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem Video-Podcast noch dazu, kann man sagen, dass sie sich als bloggendes Staatsoberhaupt nicht gerade in einer illustrer Runde befindet. Vielleicht startet jetzt auch US-Präsident Geoge W. Bush demnächst ein Blog. Hinter Amadinedschad zurückliegen will er sicher nicht.

Auf Amadinedschad Blog kann man auch bei einer Umfrage teilnehmen:

"Do you think that the US and Israeli intention and goal by attacking Lebanon is pulling the trigger for another word war?"

Eine typische Amadinedschad-Hetzfrage mit einem netten Tipfehler. 9282 Menschen (54 Prozent) haben für Nein gestimmt, 7990 (46 Prozent) für Ja.

Eines hat Ahmadinedschad allerdings nicht beachtet: Ein Blogbeitrag soll kurz sein. Aber er schreibt: "From now onwards, I will try to make it shorter and simpler."

Wie in anderen Ländern, in denen es kein oder nur ein eingeschränktes Recht auf freie Meinungsäußerung gibt, hat die Blogosphäre im Iran große Bedeutung für die Massenkommunikation erlangt: Blogger berichten über Themen, die öffentlich nicht diskutiert werden dürfen. Im Iran hat die Bevölkerung durch Weblogs die Möglichkeit bekommen, über Politik, Kultur oder Lebensweisen zu kommunizieren. Jedoch werden zunehmend Zensurmaßnahmen ergriffen: Einige Autoren wurden verhaftet, der Zugang zu Weblogs wird blockiert.

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