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"Einbahnstraße Werbung": Wikipedia auch in Zukunft ausschließlich über Spenden finanziert

Das rasche Wachstum der Online-Enzyklopädie Wikipedia führt zu immer höheren Betriebskosten, die sich derzeit auf etwa 75.000 Dollar im Monat belaufen, wie Wikipedia-Aktivist Matthias Schindler gegenüber Spiegel Online erläuterte.

Trotz steigender Kosten seien aber kursierende Gerüchte, das gemeinnützige Projekt könne sich mittelfristig nicht allein über Spendengelder finanzieren, haltlos. Zwar gäbe es noch Spielraum, das Fundraising für Wikipedia zu professionalisieren, eine zusätzliche Finanzierung über Werbeeinnahmen schließt Schindler allerdings kategorisch aus:

Wikimedia ist nicht zufällig eine gemeinnützige Organisation, sondern aus Prinzip. Ohne den Einsatz zigtausender Freiwilliger wäre Wikipedia auch heute noch eine leere Website. Und es ist nur schwer vorstellbar, dass Menschen so viel Energie in ein Projekt investieren würden, das als Wirtschaftsunternehmen geführt wird.

Auch schon Werbung in sehr dezenter Form könnte gefährliche Folgen haben. Sie könnte zu einer Verringerung der Spendenbereitschaft führen und damit mehr Werbung erforderlich machen. Am Ende hätten wir dann die Abhängigkeit von der Spendenbereitschaft der Öffentlichkeit nur durch die Abhängigkeit von der Werbewirtschaft ersetzt. In diese Einbahnstraße wollen wir nicht einbiegen.

Online-Werbung boomt

Im Jahr 2006 wurde 45 Prozent mehr für Online-Werbung ausgegeben. Insgesamt 480 Millionen Euro wurden von Firmen für Werbung gezahlt. Telekommunikationsunternehmen, Internetanbieter und Banken geben dabei am meisten für Online-Werbung aus.

Online-Werbung macht aber immer noch nur drei Prozent des gesamten Werbemarktes aus. Man geht jedoch von einem weiteren Wachstum aus. Insbesondere die Werbung mit bewegten Bildern wird immer beliebter.

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