2.3.3 Professionalisierungsgrad der Autoren

Neben Weblogs, die von Personen betrieben werden, die zuvor nicht als Kommunikatoren in den Massenmedien aktiv waren, gibt es auch Professionelle, die Weblogs führen. Deren Weblogs werden als Journalisten-Weblogs oder kurz als J-logs bezeichnet. Journalisten sehen im Bloggen oft eine Chance für mehr Autonomie, für stärkere Subjektivität und größere Publikumsnähe, welche sie in einem Redaktionsverbund nicht realisieren könnten (Neuberger 2003a: 132). US-Journalistin und Bloggerin Deborah Branscum spricht von einer größeren kreativen Freiheit, da man sich als Blogger an keine Vorschriften der Herausgeber richten muss: „If you write it, you put it out to the world“ (zitiert nach Lasica 2001a). Während Leserbriefe und Anrufe von Lesern eine Form des Feedbacks für traditionelle Journalisten darstellen, hat sich bei Weblogs der Austausch zwischen Kommunikator und Rezipienten durch angegebene Kontaktadressen und Kommentar- oder Bewertungsfunktionen intensiviert. Journalistin Monika Porrmann (2005), die das Weblog Daily Mo betreibt, meint: „Ich will Dialog, nicht Monolog. Ich will Publikum, dass auch mal Laut gibt.“