3.2.1 Vereinfachter Zugang zur Kommunikation

Schon seit einigen Jahren ist im Journalismus der Versuch zu beobachten gewesen, Rezipienten verstärkt in den Kommunikationsprozess einzubinden. Durch Stadteilfernsehen und Talkradios beispielsweise können Bürger eine aktive Kommunikatorrolle übernehmen. In den USA gibt es das Bestreben, mit einem Civic Journalism mehr auf das Publikum einzugehen. Als Folge des Civic Journalism werden in der Berichterstattung Bürger häufiger als Quellen herangezogen als beim gewöhnlichen Journalismus und verstärkt zur Teilnahme an der Kommunikation bewegt, wodurch eine größere Vielfalt entstehen soll (Kurpius 2002: 859ff, Bowman/Willis 2003: 9). Seit dem Entstehen des Internet wird durch individualisierte Nachrichtenangebote wie personalisierte Nachrichten per Email auf die Wünsche des Publikums eingegangen (Pryor 2003: 142).

Doch die Rezipienten können auch selbstständig in die Kommunikatorrolle treten: Der Aufwand zum Publizieren ist durch das Internet gesunken, da technische, ökonomische und rechtliche Zugangsbarrieren abgebaut wurden: Die Kosten für eine Veröffentlichung im Internet sind gering, technische Fachkenntnisse sind kaum nötig, der Zugang ist nicht – wie beispielsweise beim Rundfunk – rechtlich beschränkt. Während es bislang Journalisten vorbehalten blieb, Themen und Informationen zu selektieren, ist die Gatekeeper- und Agenda-Setting-Rolle der Journalisten ins Wanken geraten, da nun auch Rezipienten oder Organisationen an die Öffentlichkeit treten können (Fischer/Quiring 2005: 10, Gill 2004). Der Zugang zur Kommunikation wird einem breiten Publikum möglich.