4.2.1 Zusammenhang zwischen Glaubwürdigkeit und Qualität

Urteile zur Medien-Glaubwürdigkeit werden nicht separat von anderen Faktoren und Einschätzungen gefällt: Rezipienten differenzieren bei der Glaubwürdigkeitsattribution nicht trennscharf und ziehen auch Merkmale eines generellen Medienimages oder Qualitätseigenschaften heran, die eigentlich mit Glaubwürdigkeit wenig zu tun haben (Scheufele 1999: 71f.). Das Konstrukt Glaubwürdigkeit kann von anderen benachbarten kommunikationswissenschaftlichen Konzepten nicht eindeutig abgegrenzt werden; dazu zählen Perceived Realism, Medienimages, Media Reliance und wahrgenommene Informationsqualität (Wirth 1999: 57f.). Diese Konzepte stellen eigenständige, aber sich gegenseitig beeinflussende Konstrukte dar (Wirth 1999: 58). Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen Glaubwürdigkeit und Qualität näher untersucht werden.

Qualitäten eines Medienangebots – also z.B. grafische Darstellung oder Angabe der Quellen – scheinen Einfluss zu haben, für wie glaubwürdig dieses eingeschätzt wird. So überschneiden sich die Konstrukte Glaubwürdigkeit und Qualität bei der Operationalisierung. Eine trennscharfe Unterscheidung ist unmöglich (Wirth 1999: 58).

Wie auch die Glaubwürdigkeit entscheidet über die Etablierung und Durchsetzung eines neuen Medien-Genres nicht zuletzt seine publizistische Qualität – und damit der Mehrwert, den ihm Rezipienten gegenüber den anderen Medien beimessen (Bucher 2000: 153). Je positiver das Qualitätsurteil – ähnlich wie das Glaubwürdigkeitsurteil – über ein Medienangebot ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Angebot ausgewählt und regelmäßig genutzt wird (Wolling 2004: 174).