5.5.2 Aufbau des Fragebogens

Der Fragebogen62 besteht aus 19 Frageblöcken mit insgesamt 114 zu beantwortenden Items. Er ist dabei so aufgebaut, dass zunächst – nach einer für die Untersuchung nicht relevanten Einstiegsfrage – allgemeine Erwartungen an Online-Angebote mit Informationen aus den Bereichen Politik und Gesellschaft abgefragt werden, die in der Auswertung für die Bildung der Qualitätsurteile von Belang sind (vgl. Kapitel 4.2.3). Die Glaubwürdigkeits- sowie Qualitätswahrnehmungen werden zu einem späteren Zeitpunkt jeweils für ein konkretes Online-Magazin bzw. Weblog abgefragt. Mit der bloßen Frage „Welches Online-Magazin bzw. Weblog nutzen sie am häufigsten?“ erhielte man bei der anschließenden Beurteilung ins Positive verzerrte Werte, da man davon ausgehen kann, dass Rezipienten oft diejenigen Medien am häufigsten nutzen, die sie für am glaubwürdigsten und qualitativ hochwertigsten halten. Deswegen sollten die Befragten zunächst angeben, welche der sieben genannten Online-Magazine sie kennen.63 Aus den als bekannt bezeichneten wurde per Zufallsprinzip eines zur Bewertung ausgewählt.

Nach der Abfrage der Glaubwürdigkeits- und Qualitätswahrnehmungen für das jeweilige Online-Magazin beginnt der Weblog-spezifische Teil des Fragebogens. Zunächst wurden die Befragten gebeten, Prognosen über die Entwicklung der Weblogs sowie den Stellenwert, der Bloggern in der Medienlandschaft gebühren sollte, abzugeben.64 Dies diente zum einen dazu, die Motivation der Befragten vor einer erneuten Abfrage von Glaubwürdigkeits- und Qualitätswahrnehmungen zu steigern und zum anderen dazu, ein Indiz für die Verbundenheit (Reliance) zum Online-Genre zu erfahren. Da für die Untersuchung vornehmlich thematische Weblogs von Interesse sind, sollten die Teilnehmer in einem nächsten Schritt beurteilen, wie häufig sie die verschiedenen Kategorien von Weblogs lesen.65 Ein Filter wählte eine Weblog-Kategorie aus, die „oft“ oder „manchmal“ gelesen wird; dabei galt folgende Gewichtung: thematische Weblogs vor Watchblogs, J-logs, Personal Blogs, Filter Blogs und Corporate Blogs.66 Auf der folgenden Seite wurden die Befragten gebeten, aus der ausgewählten Kategorie drei Weblogs, die sie nutzen, zu nennen. Zur Glaubwürdigkeits- und Qualitätsbewertung wurde eines der drei genannten zufällig herausgesucht.67

Im letzten Teil des Fragebogens wurden die soziodemografischen Daten der Teilnehmer abgefragt. Dazu zählen: Alter, Geschlecht, höchster Schulabschluss sowie Berufsfeld (insbesondere ob Medien- oder IT-Beruf). Auch die Mediennutzungsdaten wurden erhoben: die Dauer der täglichen Mediennutzung insbesondere von Weblogs und anderen Online-Genres sowie die Erfahrung mit Weblogs. Zu Letzterem zählen, seit welchem Zeitraum ein Leser Weblogs nutzt, ob er selber ein eigenes Weblog schreibt und wie viele verschiedene Weblogs er pro Woche liest.

Fußnoten:

62 Der Fragebogen befindet sich im Anhang 10.3. Bei der Programmierung des Fragebogens halfen Jona Liebl und Andreas Brandmaier.

63 Zu den sieben Online-Magazinen zählten fünf Online-Ableger von Printprodukten, von denen eines ein Boulevardmagazin war, sowie zwei reine Online-Magazine. Alle sieben sind Online-Magazine mit hoher Reichweite. Die URLs der Magazine lauten: http://www.spiegel.de, http://www.sueddeutsche.de, http://www.welt.de, http://www.fr-aktuell.de, http://www.bild.de, http://www.netzeitung.de sowie http://www.heise.de.

64 Auf einer Skala von 1 bis 5 sollten die Befragten angeben, ob sie folgenden vier Aussagen zustimmen: „Ich kann mir vorstellen, in naher Zukunft meine Informationen vorwiegend aus Weblogs zu beziehen.“, „Die Weblogs entwickeln sich zu einer Art Fünften Gewalt, die Politikern und Journalisten auf die Finger sieht.“, „Bloggern sollten die gleichen Rechte zustehen wie professionellen Journalisten.“ und „Weblogs werden den traditionellen Journalismus zu einem gewissen Grad verdrängen.“

65 Die Skala lautete: „oft“, „manchmal“, „selten“, „nie“ und „kenne ich nicht“. Zur Bildung der Kategorien vergleiche Kapitel 2.3.2 und 2.3.3.

66 Die Gewichtung ermöglichte es, vornehmlich die für die Untersuchung relevanten thematischen Weblogs herauszufiltern und für diese Kategorie eine hohe Fallzahl zu erzielen.

67 Die Erhebung der Glaubwürdigkeitsbeurteilungen und Qualitätswahrnehmungen beschränkte sich auf ein Weblog, um die Geduld der Befragten nicht zu strapazieren.