6.2 Dimensionsreduktion durch Faktorenanalysen

Wie in Kapitel 4.2.2 dargelegt, lässt sich Glaubwürdigkeit nicht direkt bestimmen, sondern nur über mehrere Dimensionen erfassen. Um das Konstrukt Glaubwürdigkeit zu beschreiben, wurden den Befragten folgende Gegensatzpaare zur Bewertung vorgelegt: „kompetent – inkompetent“, „professionell – amateurhaft“, „fair – unfair“, „unvoreingenommen – voreingenommen“, „vertrauenswürdig – nicht vertrauenswürdig“, „seriös – unseriös“, „gründlich recherchiert – schlecht recherchiert“ sowie „in die Tiefe gehend – oberflächlich“ (vgl. Kapitel 5.5.1).

Die Items konnten mit Hilfe einer Faktorenanalyse reduziert werden81: Bei der Glaubwürdigkeitsbeurteilung der Weblogs ergaben sich – wie vermutet – die beiden Faktoren „Kompetenz“ und „Vertrauenswürdigkeit“, denen die einzelnen Dimensionen zugeordnet werden können (vgl. Tabelle 1). Die Dimensionen laden jeweils auf einem der beiden Faktoren sehr hoch. Lediglich bei den Dimensionen „vertrauenswürdig“ und „seriös“ sind die Ergebnisse weniger eindeutig.

Tabelle 1, Faktorenanalyse: Glaubwürdigkeitsdimensionen der Weblogs

Analog wurde für die Glaubwürdigkeitsdimensionen der Online-Magazine eine Faktorenanalyse durchgeführt, die allerdings eine weniger eindeutige Extraktion ergab: Die Dimensionen „vertrauenswürdig“ und „seriös“ laden auf beiden Faktoren beinahe gleich stark (vgl. Tabelle 2). Trotzdem werden sie – wie bei den Weblogs – dem Faktor „Vertrauenswürdigkeit“ zugeordnet.

Tabelle 2, Faktorenanalyse: Glaubwürdigkeitsdimensionen der Online-Magazine

Während der Faktor Kompetenz hier bereits 73,5 Prozent der Varianz erklärt, erreicht der Faktor Vertrauenswürdigkeit lediglich einen Wert von 8,0 Prozent.

Für die Glaubwürdigkeit von Weblogs und Online-Magazinen ergibt sich eine ähnliche Faktorenlösung.82 Bei der Beurteilung von Weblogs wird dabei 62,4 Prozent der gesamten Varianz erklärt und bei der Beurteilung von Online-Magazinen 81,5 Prozent. Die Ergebnisse stehen im Einklang mit den Ergebnissen zur Glaubwürdigkeitsforschung.

Fußnoten:

81 Zur Faktorenanalyse vgl. Bühl/Zöfel (2002: 465ff.) und Brosius (2002: 727ff.).

82 Die extrahierten Faktoren werden bei späteren Rechnungen wie der Erklärung der Glaubwürdigkeitszuschreibungen (vgl. Kapitel 6.5) verwendet.