3.3 Der Community-Effekt

Die Geschichte virtueller Gemeinschaften begann bereits Mitte der 1980er Jahre, als sich in den USA mit WELL (Whole Earth 'Lectronic Link) die erste Online Community formierte.121 Nach den kommerziellen Enttäuschungen der New Economy scheinen Online Communities gegenwärtig in erhöhtem Maße wieder an Popularität zu gewinnen. Dies liegt wohl zum einen an der zunehmenden Verbreitung unlimitierten und bezahlbaren Internetzugangs für Privatpersonen sowie einer verstärkten Nutzung von Online-Medien auch bei weniger computeraffinen Personengruppen. Zum andern dürfte aber auch der erhöhte Interaktionsgrad, den das Wiki-Prinzip ermöglicht, ein entscheidender Auslöser für die neue Emphase virtueller Gemeinschaften sein.

Online Communities stellen ein sehr komplexes Phänomen dar, das von vielen Seiten her betrachtet werden kann, so dass eine eingehende Untersuchung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Dennoch scheint es in Hinblick auf die hier behandelte Fragestellung notwendig, einige ausgewählte Aspekte näher zu beleuchten. In diesem Punkt sollen zunächst die wichtigsten Formen computervermittelter Kommunikationsformen und ihre Auswirkungen auf die Eigenheiten unterschiedlicher Online Communities kurz vorgestellt werden. Insbesondere das noch junge Wiki-Prinzip soll in dieser Hinsicht genauer beleuchtet werden, da es von den verschiedenen Software-Implementationen eine der optimalsten für die effektive Kommunikation in Online Communities zu sein scheint.

Fußnoten:

121 Zum Chronisten und Vordenker von WELL avancierte der Amerikaner Howard Rheingold. Vgl. Rheingold, Howard: Virtuelle Gemeinschaften. Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers. Bonn u.a.: Addison-Wesley, 1994.